Schaltplan des Schiebespulen-Detektors
Schema: P. Amand Kraml
Der Begriff Detektor wurde in der frühen Rundfunktechnik unterschiedlich verwendet.
Einmal meinte man damit ein Bauteil, das wie eine Halbleiter-Diode wirkt und
aus einem Kristall und einem Metalldrähtchen besteht. Man hat aber dieses Wort Detektor dann
auch im Sinne pars pro toto für ein einfaches Gerät zum Empfang von Radiosendungen verwendet.
Das vorgestellte Objekt bietet nun auch den Anlass, etwas Autobiographisches hier einfließen zu lassen.
Mit etwa neun Jahren erhielt ich von meinem Großvater einen Detektor-Empfänger (Eumig 175 von 1924).
Das war natürlich 1961/1962 ein Anachronismus, da wir doch in der Familie zwei
größere Röhrenempfänger der Nachkriegs- und "Wirtschaftswunderjahre" hatten.
Mit dem neueren konnte man sogar schon UKW empfangen.
Mein Großvater war als Elektromeister allerdings in Linz ein Radiobastler der
ersten Stunde. Und irgendwie wollte er mit dem Geschenk das Interesse der beiden
Enkelbuben auf seine Passion lenken. Und man kann sagen, es gelang.
Bald begann ich selbst einfache Rundfunkempfänger zu bauen. Einiges vom ersten
bescheidenen Taschengeld wurde für den Ankauf von Transistoren verwendet.
Durch das Zerlegen alter Geräte kam das restliche Material dazu.
So einen Schiebespulen-Detektor habe ich aber damals nicht gekannt. Was allerdings
jetzt bei der Katalogisierung der Sammlung unseres Physikalischen Depots sofort
erkannt wurde, war der aufgesteckte Kristall-Detektor.
Er stammt wohl von der Erema Elektrogesellschaft
Czach & Brüch, die in Wien Gentzgasse 144 und später in der Salierigasse 24 ihren Sitz hatte.
Diese Firma vertrieb Doppelkristall-Aufsteckdetektoren (vgl. BRAUNSTEIN, 3, MACHO 2019). Damit kommt er ohne die
Manipulationsmöglichkeiten aus, die bei meinem ersten Detektor immer Anlass
gaben, einen noch besseren Empfang einzustellen. Die Detektoren waren gewöhnlich
in zwei 4mm-Buchsen (Bananenbuchsen) im Abstand von 19 mm zu stecken. Weitere Schraubklemmen waren
zum Anschluss von Antenne und Erde vorgesehen und dann noch für den Kopfhörer, der
dann bei den Klemmen mit der Bezeichnung "Tel" oder "Telefon"
anzuschließen war. (Hier: "T")
Die Schaltung eines Schiebespulen-Detektors ist, wie der Schaltplan hier zeigt, höchst einfach.
Einen Hersteller können wir nicht ausmachen. Gebaut wurden solche Geräte um 1923 bis etwa 1927.
Für unser Gerät fand sich jetzt auch ein Plätzchen in der Ausstellung des Physikalischen Kabinetts.
Quellen und Literatur:
BRAUNSTEIN, Peter 1989: Der Detektorapparat, in: Museum Bote des Ersten Österreichischen Funk- und Radiomuseums,
Wien 1-4