Objekt des Monats

aus dem Museum der Sternwarte Kremsmünster

September 1998


Kolibri

Stopfpräparat von Thalurania glaucopis, Blaukehlkolibri mit Nest,
Kolibri-Sammlung des Zoologischen Kabinetts

Foto: P. Amand Kraml


Die Kolibri-Sammlung des Zoologischen Kabinetts

Während des Kustodiates von P. Anselm Pfeiffer wurden eine große Anzahl Kolibris angeschafft. Die Präparate wurden vornehmlich bei drei Anstalten bestellt und gekauft. Dabei steht an erster Stelle das Museum Hans Freiherr von Berlepsch in Hannover-Muenden. 85 Exemplare wurden hier gekauft. Von der Naturalienhandlung Wilhelm Schlüter in Halle an der Saale erstand man 36 Kolibris. Vom naturhistorischen Institut Linnaea in Berlin bezog man 28 Objekte.

Die eifrigsten Spender waren die jeweils 6. Klassen des Kremsmünsterer Stiftsgymnasiums der Jahrgänge 1889/90 und 1894/95. Sie spendeten insgesamt 17 Vögel. Es gab damals auch eine "Kolibrikasse". Kleinste Beträge wurden hier zusammengelegt, bis wieder eine größere Summe beisammen war und bestellt werden konnte. Den größten Anteil dabei hatten kleine Zahlungen von Patres des Stiftes an ihren Mitbruder P. Anselm als Entschädigung für Vertretungen (z. B. bei Ganginspektionen oder sonstige Aufsichtsdienste im Schulbetrieb), Beträge aus Wetten oder auch Buße für Schimpfen.

Es ist der gesamte Briefwechsel mit den Lieferanten erhalten, ebenso die Offerte, Zettel über Zollgebühren und Ähnliches mehr. Die größten Bestellungen wurden in den Jahren 1889, 1890 und 1895 aufgegeben. Das erste nachweisbare Sammlungsobjekt stammt von O. Potiers des Echelles. Er war damals Schüler der zweiten Klasse (1876). Karl Eggert aus Wien spendete 5 Exemplare. Louis Ritter von Boschan vermachte 8 Vögel der Sammlung. 9 Arten kamen von Patres des Stiftes. Abt Leonhard Achleuthner spendete die 100. Art. Ein Pärchen wurde von P. Anselm Viktor Ritter von Tschusi abgekauft und in Wien bei der Firma Erber gestopft.

Die eigentliche Sammeltätigkeit dauerte 10 Jahre, von 1886-1896. Das billigste Objekt kostete 1.50 Mark und das teuerste 13,70 Mark. Die meisten Objekte kosteten etwa 4 Mark.

Fast alle Kolibris stammen aus Südamerika, und zwar aus folgenden Ländern: Columbien (33), Ecuador (17), Brasilien (15), Guatemala (11), Neu-Granada (10), Mexiko (9), Venezuela (7), Trinidad und Martinique (je 2), aus Peru, Chile, Honduras und Veraque-Chinique je 1. Aus Pennsylvania kommt ein Pärchen.

vgl. Hofmeister, Gertrude, 1983: Kolibrisammlung, Naturwissenschaftliche Sammlungen Kremsmünster, Berichte des Anselm Desing Vereins, 3/4, S. 2-3


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(c) P. Amand Kraml, 98-09-04

Letzte Änderung 2004-09-15