Objekt des Monats

aus dem Museum der Sternwarte Kremsmünster

März 2023



Bonanni
Titelblatt von Observationes circa Viventia...
Quartformat, 23,5 x 17 cm, Pergamenteinband


Bonanni, Philippus, Observationes circa Viventia, 1691

Mikroskop
Abbildung der Beleuchtungseinrichtung mit Kondensor und der speziellen Montage des Mikroskopes mit Zahntrieb auf Seite 28
Bücher mit mikroskopischen Abbildungen bilden auch in unserer Bibliothek besondere Glanzstücke. Ein solches haben wir ja schon als Objekt des Monats April 2017 vorgestellt. Und wenn man die Galerie der Objekte des Monats durchschaut, ist nicht zu verkennen, dass da ein gewisses besonderes Interesse an der Mikroskopie besteht. Ein Schatz unserer Bibliothek, der daher schnell unsere Aufmerksamkeit weckte, ist das vorgestellte Werk von Phillipus Bonanni. Dieses Werk trägt - wie damals üblich - einen langen Titel Observationes circa viventia, quae in rebus non viventibus reperiuntur. cum Micrographia curiosa Siue Rerum minutissimarum Obseruationibus, quae ope Microscopij recognitae ad viuum exprimuntur. Es erschien im Jahr 1691 in Rom bei Dominicus Antonius Hercules. Es ist eine Art Sammelband mit mehreren Teilen. Den ersten Abschnitt bilden 72 Kapitel auf 307 Seiten. Hier sind die Abbildungen im Text zwischengebunden. Mit Seite 308 beginnt Pars secunda Seu Supplementum Recreationis Mentis et Oculi in obseruatione Testaceorum quorum aliqua exprimuntur non antea in luceum edita. Die Abbildungen zu den Schnecken und Muscheln, die eine Ergänzung zur Erholung von Geist und Auge sein sollten, finden sich als eigene nicht nummerierte Tafeln (bei uns) am Ende des Buches. Es sind auf 10 Tafeln 47 solche Testacaea abgebildet.
Danach folgt in dem Buch mit neu beginnender Paginierung Micrographia cvriosa sive rervm minvtissimarvm obseruationes, qvae ope microscopii recognitae et expressa describvntvr. Dieser Teil umfasst sechs Kapitel. Kapitel 2 und 3 enthalten eine Bibliographie und die Beschreibung der damals bekannten Mikroskop-Typen. Im Kapitel 4, das über den Bau des Mikroskopes handelt, sind die Abbildungen im Text eingefügt; darunter auch die beiden hier wiedergegebenen Abbildungen. Das rechte Bild zeigt auch den wohl von Bonanni eingeführten Zahntrieb und den für die Beleuchtung vorgesehenen Kondensor. Im 6. Kapitel folgen die Beschreibungen zu den mikroskopischen Beobachtungen. Nach dem Index (S. 105-106) und den Druckfehlerberichtigungen für das gesamte Buch folgen dann 35 Tafeln mit 131 durchnummerierten Einzelabbildungen.
Der Autor Philippus Bonanni (1638-1725) stammte aus Rom und trat in den Jesuitenorden ein. Als Professor für Mathematik war er in Orvieto und Ancona an den Jesuiten-Schulen tätig, 1698 wurde er in Rom der Kurator für die von Athanas Kirchner angelegte Sammlung am Collegium Romanum.
Wie das Buch in die Sternwarte-Bibliothek gekommen ist, ist zur Zeit nicht zu eruieren.



Quellen und Literatur:


BONANNI, Philippus 1691: Observationes circa viventia, quae in rebus non viventibus reperiuntur. cum Micrographia curiosa Siue Rerum minutissimarum Observationibus, quae ope Microscopij recognitae ad vivum exprimuntur, Romae

GERLACH, Dieter 2009: Geschichte der Mikroskopie, Frankfurt a. Main



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