Objekt des Monats

aus dem Museum der Sternwarte Kremsmünster

Juni 2005


Briefschluss

Briefschluss des Briefes von Franz d. P. Triesnecker an P. Thaddäus Derflinger Nr. 3 vom 15. August 1792.


Briefwechsel zwischen Franz de Paula Triesnecker und P. Thaddäus Derflinger

Ein freudiges Ereignis ist Anlass für dieses Objekt des Monats. Herr Mag. Horst Kastner-Masilko hat am 3. Juni 2005 seine Biographie über Franciscus de Paula Triesnecker der Öffentlichkeit in Kirchberg am Wagram in einer kleinen Feier vorgestellt. Dieses Buch enthält die Übersetzung aller Briefe des Wiener Astronomen, Mathematikers und Landvermessers Triesnecker an P. Thaddäus Derflinger, den Direktor unserer Sternwarte zwischen 1791 und 1824.

Brief 3 Fortsetzung im Bild oben

Ein kleiner Abschnitt aus dem Brief Nr. 3 vom 15. August 1792 sei hier angeführt. Es ist der Schluss des Briefes, der davon berichtet, dass Triesnecker 1791 in Kremsmünster war und dass er jetzt die Berufung zum kaiserlichen Astronomen erhalten habe. Hier die Transkription und die Übersetzung:

Summa cum voluptate memini illorum dierum, quibus anno elapso circa idem tempus commorari apud vos contigit. Hoc quidem anno mihi domi haerendum. Quanqam mihi jam constet, me ex voluntate Caesaris Astronomum fuisse renunciatum, nullum tamen adhuc decretum obtinui. Socius laborum erit Joannes Bürg, Professor Physices Clagenfurti, qui anno praeterito apud nos astronomiam practicam exercuit. Franc. Nunberger, qui anno elapso itineris mihi comes erat, valetudinis causa munus Professoris abdicare statuit. Vale, omnibusque notis ex me salutem plurimam dicito, praesertim P. Laurentio Doberschitz, cuius epistolam humanissimam suo tempore rite accepi. Humillimus Servus Franc. Triesnecker.

Mit großer Freude erinnere ich mich jener Tage, an denen ich mich im vergangenen Jahr ungefähr zur selben Zeit bei Euch aufhalten konnte. In diesem Jahr muss ich zu Hause bleiben.
Obwohl es schon für mich feststehen dürfte, dass ich nach dem Willen des Kaisers zum Astronom ernannt worden bin, habe ich aber bis jetzt noch kein Dekret erhalten. Der Mitarbeiter wird Johannes Bürg sein, Professor für Physik in Klagenfurt, der im vorigen Jahr bei Euch [uns] praktische Astronomie ausübte. Franz Nunberger, der im vergangen Jahr mein Reisebegleiter war, hat aus Gesundheitsgründen beschlossen, die Ernennung zum Professor abzulehnen. Leb wohl, sag allen Bekannten von mir den besten Gruß, besonders P. Laurentius Doberschitz, dessen freundlichen Brief ich zur richtigen Zeit glücklich erhalten habe. Ergebenst Dein Franz Triesnecker.

Die Übersetzung stammt zum größten Teil aus KASTNER-MASILKO, S. 140.

Die Briefe von P. Franz de Paula Triesnecker

An P. Placidus Fixlmillner:

1787
1789

An P. Thaddäus Derflinger:

1. 1792-03-16
2. 1792-04-14
3. 1792-08-15
4. 1793-06-14
5. 1794-02-09
6. 1794-03-01
7. 1794-05-01
8. 1794-06-04
9. 1794-11-25
10. 1796-05-27
11. 1797-08-04
12. 1797-01-28
13. 1798-02-25
14. 1798-05-24
14B. 1798-04-13 (Beilage von P. Ulrich Schiegg)
15. 1798-06-28
16. 1798-08-03
17. 1798-11-28
18. 1799-02-25
19. 1799-09-25
20. 1800-08-18
21. 1802-05-26
22. 1804-02-25
23. 1805-08-02
24. 1806-01-03
25. 1810-01-22
26. 1810-03-18
27. 1812-01-27
28. 1812-09-15
29. 1812-09-29
30. 1812-10-23
31. 1812-12-09

Triesneckers Leben

Franz de Paula Triesnecker wurde am 2. April 1745 in Mallon (Gemeinde Kirchberg am Wagram, NÖ) geboren. Er tritt mit 16 Jahren in die Societas Jesu ein. In die Zeit seiner theologischen Ausbildung fällt die Aufhebung des Jesuitenordens (1773). 1774 wird Triesnecker in Graz zum Priester geweiht. 1780 kommt er als Adjunkt von Maximilian Hell nach Wien. Nach Hells Tod wird er 1792 zu dessen Nachfolger als kaiserlicher Astronom Direktor der Wiener Sternwarte. Im Alter von 72 Jahren stirbt Triesnecker am 29. Jänner 1817 zu Wien.


Quellen und Literatur:

Briefe von Franz de Paula Triesnecker an P. Thaddäus Derflinger, Archiv der Sternwarte.

FELLÖCKER, P. Sigmund 1864: Geschichte der Sternwarte der Benediktiner-Abtei Kremsmünster, Linz

KASTNER-MASILKO, Horst 2005: Franciscus de Paula Triesnecker, 1745 - 1817. Astronom, Mathematiker und Landvermesser aus Mallon bei Kirchberg am Wagram. [Edition Weinviertel, ISBN 3-901616-73-X]

PÄRR, Nora 2011: Maximilian Hell und sein wissenschafliches Umfeld im Wien des 18. Jahrhunderts. Dissertation, Universität Wien. Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät


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Letzte Änderung: 2017-03-10